
Zara hat etwas geschafft, was niemand für möglich gehalten hätte. Sie haben 50 der größten Supermodels der Welt zusammengebracht, um denselben Song zu singen. Das Video erscheint am 9. Mai, genau fünf Jahrzehnte nach der Eröffnung des ersten Zara-Ladens. Namen wie Naomi Campbell, Cindy Crawford, Linda Evangelista und Christy Turlington führen die Besetzung an. Aber die Liste geht noch viel weiter – von der Ikone Twiggy aus den 1960er Jahren bis hin zu aktuellen Favoriten wie Candice Swanepoel und Karlie Kloss. Marta Ortega Pérez hatte die Idee dazu. Als Vorsitzende von Inditex und Tochter des Zara-Gründers wollte sie etwas Besonderes für den runden Geburtstag
: „Kreativität ist das Herz von Zara“, erklärt sie
Hommage an die Heimatstadt
Während der Film die Macht der Weltstars zeigt, hat Zara nicht vergessen, wo es angefangen hat. Das Unternehmen hat sein ursprüngliches Geschäft in der Calle Juan Flórez in A Coruña, wo Amancio Ortega, der seit 1963 den Bekleidungshersteller Confecciones GOA leitete, sein Einzelhandelsdebüt gab, in ein Jubiläumsschaufenster verwandelt. Ein kleiner Laden in einer spanischen Straße wurde zum Ausgangspunkt für ein weltweites Modeimperium. Heute, mit 89 Jahren, ist Ortega mit einem Nettovermögen von rund 120 Milliarden Dollar der zwölftreichste Mensch der Welt. Man sieht ihn immer noch regelmäßig in der Zentrale, wo er mit den Mitarbeitern plaudert. Ein kleiner Laden in einer spanischen Straße wurde zum Ausgangspunkt für ein weltweites Modeimperium.
Die Zahlen erzählen die Geschichte
Das heutige Zara hat nichts mehr mit dem Start-up von 1975 zu tun. Die Marke ist heute in 98 Ländern mit physischen Geschäften vertreten und erreicht 214 Märkte online.300 Designer arbeiten an Kollektionen, die sich ständig ändern, je nachdem, was die Kunden tatsächlich kaufen. Die Verkaufsdaten fließen in Echtzeit an die Designteams zurück, die sich schnell anpassen können.

Source: ECDB
Digitale Strategie, die funktioniert
Der Online-Ansatz von Zara folgt der gleichen Regel wie seine Mode: Einfach halten. Die Marke nutzt sechs wichtige soziale Plattformen, versucht aber nicht, überall gleichzeitig präsent zu sein.Instagram wird wie ein Magazin behandelt. Jeder Beitrag sieht aus, als gehöre er in die Vogue. Hochwertige Fotos zeigen neue Kollektionen ohne auffällige Werbung.TikTok zielt mit trendorientierten Inhaltenauf die Generation Z ab. Die Marke lässt jüngere Kunden ihre eigenen Videos erstellen, anstatt sie mit harten Werbebotschaften zu überhäufen.YouTube bietet Inhalte hinter den Kulissen und kurze Modefilme. Pinterest hilft den Käufern, während der Stöberphase Outfit-Ideen zu entdecken. Die Strategie schafft Knappheit, anstatt die Feeds mit Werbung zu überfluten. Zeitlich begrenzte Angebote schaffen eine Dringlichkeit, die perfekt zum Fast-Fashion-Modell passt.
Digitale Transformation zeigt Ergebnisse
Der Online-Umsatz von Zara erreicht im Jahr 2023 54,8 Milliarden US-Dollar und erholt sich damit von pandemischen Spitzenwerten. 23 % des Online-Umsatzes werden in den USA erzielt, gefolgt von Großbritannien mit 11,1 %. 22,5 % der physischen Läden wurden seit 2020 geschlossen. Die verbleibenden Standorte fungieren nun als Vertriebszentren mit Click & Collect-Services und automatisierten Rücksendungen. Doch der Wettbewerb ist hart. Shein rechnet für 2024 mit einem Umsatz von 48 Mrd. USD, während Zara nur 6 Mrd. USD online umsetzen will. Wie wir in unserem letzten Artikel berichtet haben, ist Shein zur dominierenden Kraft im europäischen Modehandel geworden. Der chinesische Riese verzeichnete ein jährliches Wachstum von 31,6 % und einen Anstieg von 48 % im Dezember, während Zara nur ein Wachstum von 4,4 % erreichte. Die Kluft zwischen den alten und den neuen Marktführern im Modebereich vergrößert sich weiter.
Die 50-jährige Entwicklung von Zara vom kleinen Laden an der Ecke zum 120-Milliarden-Dollar-Imperium zeigt ein bemerkenswertes Wachstum. Doch angesichts des rasanten Aufstiegs von Shein und der zunehmenden Konkurrenz müssen selbst Giganten wie Zara härter arbeiten, um relevant zu bleiben. Die Strategie bleibt dieselbe – weniger Werbung, mehr Wirkung – aber die Einsätze werden immer höher.