
Gericht reduzierte eine der höchsten Tech-Strafen Europas
Das Verwaltungsgericht Latium bestätigte die Hauptanklagepunkte gegen Amazon, beschloss jedoch, die Geldstrafe neu zu berechnen. Das Problem war eine Ermessenserhöhung von 50 %, die die italienische Kartellbehörde nicht ausreichend erläutert hatte.
Die ursprüngliche Geldstrafe aus dem Jahr 2021 war eine der höchsten, die die europäischen Aufsichtsbehörden jemals gegen ein US-Technologieunternehmen verhängt hatten. Amazon legte sofort Berufung gegen die Entscheidung ein.
Worum es bei dem Streit ging
Nach Angaben der Aufsichtsbehörden hat Amazon seine marktbeherrschende Stellung bei E-Commerce-Logistikdienstleistungen in Italien missbraucht. Das Unternehmen soll den Wettbewerb eingeschränkt und die eigenen Dienstleistungen begünstigt haben.
Die genaue endgültige Zahl nannte das Gericht in seinem Urteil nicht. Reuters berechnete, dass die Streichung der umstrittenen Erhöhung um 50 % die Geldbuße auf 750 Millionen Euro reduzieren sollte.
Amazon verteidigt mit Zahlen
Das Unternehmen betonte in einer Erklärung seine Rolle auf dem italienischen Markt. „Mehr als die Hälfte aller Jahresumsätze bei Amazon in Italien stammen von kleinen und mittleren Unternehmen“, so Amazon.
Die Plattform beschäftigt 20.000 italienische kleine und mittlere Unternehmen, darunter Verkäufer, die ihren Versand selbst verwalten.
Was bedeutet das für den E-Commerce?
Die Entscheidung bestätigte das Recht, wettbewerbswidrige Praktiken unter Strafe zu stellen, aber das Gericht verlangte eine bessere Begründung für die Höhe der Sanktionen.
Für kleinere E-Commerce-Unternehmen mag es positiv sein, dass das Gericht die problematischen Logistikpraktiken von Amazon anerkannt hat. Fraglich bleibt allerdings, ob sich dadurch die Wettbewerbsbedingungen in der Praxis ändern werden.