
Zum Kontext: Das European Accessibility Act (EAA) ist seit Juni 2025 in Kraft und verpflichtet Unternehmen, ihre Websites für Menschen mit Behinderungen funktional zu gestalten. Das ist keine kleine Gruppe – das sind 107 Millionen potenzielle Kunden in ganz Europa.
Wesentliche Unterschiede zwischen Ländern
Kein Land erfüllt die Standards vollständig, aber die Unterschiede sind erheblich:
- Vereinigtes Königreich: 15 % der Seiten halten sich an die Vorschriften (85 % haben Probleme)
- Frankreich: 10 % halten sich an
- Österreich: 5 % erfüllen
- Deutschland und Italien: 0 % Einhaltung
Deutsche Webseiten haben den höchsten Durchschnitt an Hürden – 2,9 pro Website. Das bedeutet, dass sie nicht nur nicht konform sind; Sie haben auch die höchste Anzahl spezifischer Probleme.
Einzelhandel und Mode sind die schlechtesten Leistungen
Die Daten zeigen eindeutig, wo das größte Problem liegt. Fast die Hälfte aller identifizierten Fehler in der gesamten europäischen Studie stammt von Einzelhandels- und Modewebsites.
Dies ist eine entscheidende Erkenntnis für den E-Commerce-Sektor. Onlineshops und Modeseiten – die oft Massenkonsumenten ansprechen – weisen die größten Barrierefreiheitslücken auf.
Was sind die häufigsten Fehler?
Das Unternehmen testete auf jeder Website drei Seiten (Homepage, Produktseite und Checkout). Die häufigsten Probleme in Deutschland (das die schlimmsten Ergebnisse hat):
- 12 von 20 Webseiten haben defekte Layouts bei 400 % Zoom
- 9 von 20 erlauben keine Tastaturnavigation
- 9 von 20 haben keine ausreichende Fokus-Sicht
Mit einem vollständigen Test aller 78 Kriterien gäbe es wahrscheinlich deutlich mehr Fehler.
Bußgelder und Klagen stehen bevor.
Jan Stedul von AccessiWay Deutschland warnt, dass Unternehmen mit Bußgeldern, Klagen und Reputationsschäden rechnen. Aber am wichtigsten ist, dass sie den Zugang zu einer großen Kundenbasis verlieren.
Frankreich und Österreich haben bereits rechtliche Schritte gegen Unternehmen eingeleitet. Deutschland wird bald eine neue Aufsichtsbehörde in Magdeburg eröffnen, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Barrierefreiheit ist nicht mehr „schön zu haben“ – sie ist eine gesetzliche Voraussetzung. Unternehmen, die kein Risiko eingehen:
- Finanzstrafen durch nationale Behörden
- Private Klagen von Kunden
- Reputation und Kundenverlust
- Millionen von Menschen vom Einkaufen ausschließen
Andererseits erhalten Unternehmen, die die Vorschriften einhalten, Zugang zu einem großen, unerschlossenen Markt und bauen eine bessere Marke auf.